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2016: Kunst - ein evolutionärer Denkansatz

Kunst - ein evolutionärer Denkansatz

 

Die Sonderausstellung beschäftigt sich mit der Frage der Vorläufer und der Frühzeit von Ästhetik und Kunst. Dieser Frage nachgehend zeigt die Ausstellung erstaunliche Manifestationen verschiedener Tiere, mit eingeschlossen möglicher vorgrafischer Ansätze von Schimpansen, kunstähnliche oder künstlerische Artefakte aus der Paläo-Archäologie bis zurück zum Homo erectus sowie in den ersten Lebensjahren auftretende Realisierungen visueller Ideen von Kindern als frühe Bilder in der Ontogenese.

Auf dieser Grundlage stellt Carel van Schaik das biologische Fundament der Kunst in den Raum, die – trotz ihrer spektakulären kulturellen Karriere – ihre Wurzeln in die Urgeschichte schlägt. Dieter Maurer befragt das frühe Syntaktische, als frühe Materialisierung formaler und ästhetischer Ideen, und Benjamin Egger präsentiert eine Studie zur Frage einer möglichen Selbstmotivation von Schimpansen im Umgang mit Malutensilien.

Die Ausstellung wurde vom Anthropologischen Institut und Museum der Universität Zürich konzipiert und schliesst zwei Beiträge aus dem Institute for Contemporary Art Research (IFCAR) in Kooperation mit dem Master’s Program of Transdisciplinary Studies der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) mit ein.


2014: Gibbons – die singenden Menschenaffen

Gibbon Ausstellung

Diese Sonderausstellung führt uns tief in die Regenwälder Südostasiens zu den letzten Rückzugsgebieten der geheimnisvollen Gibbons. Obwohl ihre 19 Arten die Mehrheit der Menschenaffen ausmachen, ist über die Gibbons relativ wenig bekannt.

In freier Wildbahn sind die kleinen Menschenaffen nur schwierig zu beobachten, da die höchsten Baumwipfel ihr Lebensraum sind. Dafür kann man frühmorgens kilometerweit ihre fantastischen Gesänge hören, mit denen die Paare ihren Lebensraum kennzeichnen.

Mit enorm langen Armen bewegen sich diese akrobatischsten aller Affen mühelos von Ast zu Ast. Wenn sie es eilig haben, scheinen sie vogelgleich durch die Baumkronen zu fliegen. Wenn sie gehen, dann auf zwei Beinen.

Die starke Bindung der kleinen Familiengruppen an ihre Territorien macht sie besonders verletzlich auf Wilderei und Abholzung. Zu den Gibbons gehören die seltensten Primaten der Welt. Die Ausstellung dokumentiert ihren Verbreitungsrückgang und das Anlaufen der dringend benötigten Schutzmassnahmen.

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Ausleihe Sonderausstellung Gibbons - Die singenden Menschenaffen

Sonderausstellung GIBBONS -DIE SINGENDEN MENSCHENAFFEN
Das Museum der Anthropologie der Universität Zürich leiht seine Sonderausstellung
«Gibbons - die singenden Menschenaffen» aus. Interessierte Museen und Institutionen können sich über Konzept, Inhalte, Austellungsmaterial, Objekte, Begleitmaterial (Booklet d/e, Werbeunterlagen, Bildmaterial) und Bedingungen/Kosten informieren bei:

Thomas Geissmann
Museum der Anthropologie
Universität Zürich
Winterthurerstrasse 190
CH-8057 Zürich
www.aim.uzh.ch
thomas.geissmann@aim.uzh.ch

 

Sonderausstellung Gibbons (PDF, 695 KB)

 

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2010: Malapa – ein neuer Meilenstein in der Menschheitsgeschichte

Die Sonderausstellung über den Sensationsfund Australopithecus sediba zeigt die bisher weltweit einzigen Originalabgüsse. Australopithecus sediba ist der neuste Fund der zur Stammesgeschichte gehört und überrascht mit seiner unglaublichen Vollständigkeit. Die Grundlage der Ausstellung bildet die Erstpublikation im Science vom 9. April 2010. Zusätzlich erhält man einen Einblick in die Grabungsarbeiten, die von Mitgliedern des Anthropologischen Instituts in einer Field School ausgeführt wurden.

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2009: Out of Africa

Die Sonderausstellung «Out of Africa» gibt einen Einblick in die Detektivarbeit der Archäologen und Paläontologen, welche die Wurzeln der menschlichen Kulturen freilegen. Im ausgetrockneten Brunnen von Hummal bewahren zwei Dutzend Kulturhorizonte Hinweise auf die Lebensweise der frühesten afrikanischen Auswanderer. Ihre Hauptnahrung waren Halbesel, Gazellen und vor allem Dromedare, wobei vor etwa 90'000 Jahren auch ein Riesenkamel zur Jagdbeute zählte. Ausgehend von den ursprünglichsten Steinwerkzeugen kann man hier den technologischen Fortschritt über mehr als eine Million Jahre verfolgen. Eine zweidimensionale Rekonstruktion des Riesenkamels und seines heutigen Verwandten weisen seit der Eröffnung der Sonderausstellung den Besuchern den Weg und verdeutlichen die Dimensionen dieses Tieres aus der längst vergangenen Zeit.

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2008: Kultur – Eine Eigenheit des Menschen?

„Niemand hat im Urwald einen fackeltragenden oder einen betenden Schimpansen gesehen“. Was Tier und Mensch trennt, lässt sich nach Hedigers Meinung „mit einem Wort umschreiben“: Kultur (Heini Hediger, 1980).
Die diesjährige Sonderausstellung des Anthropologischen Museums dreht sich um das Thema Kultur. Die Sonderausstellung behandelt unter anderem die Frage, woher die Kultur eigentlich kommt und wer Kultur besitzt. Das obige Zitat von Hediger gilt heute als veraltet, denn Kultur findet man nicht nur beim Menschen. Wichtige Einblicke in Themen wie: die ersten von Menschen gefundenen Kulturgegenstände, die Zerbrechlichkeit der Kultur, wie uns Kultur erhalten bleibt, die Kultur der Menschenaffen, etc. werden gegeben.

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2007: 151 Jahre Neandertal

Im Jahre 1856 entdeckte man in der Feldhofer-Grotte im Neandertal bei Düsseldorf ein altes, absonderliches Menschenskelett. Kurz darauf verwies Darwin auf unsere Abstammung von einem affenartigen Wesen, welches sich über eine Zwischenform zum Menschen entwickeln soll. In der Folge wurde der Neandertaler als mögliche Übergangsform, unmittelbarer Vorfahre oder sehr naher Verwandter des Jetztmenschen diskutiert. Das Bild eines dümmlichen, äffischen, Keulen schwingenden Höhlenbewohners entstand.
151 Jahre nach seiner Entdeckung, ist die Stellung des Neandertalers nach wie vor umstritten. Eine Vielzahl an Funden sowie neue Arbeitsmethoden haben die Ansichten über den barbarischen Halbwilden jedoch verändert. Sein Erbgut wurde untersucht. Nicht nur eine zunehmende Zahl an Knochenfunden, sondern auch seine kulturellen Hinterlassenschaften lassen diese Urmenschenform in einem ganz anderen Licht erscheinen. Die Ausstellung im Museum der Anthropologie gibt einen Einblick in die naturwissenschaftliche Betrachtungsweise dieser Urmenschenfunde. Was wissen wir heute über diese Menschenform? Wie lebten diese Menschen, die während mehr als 150'000 Jahre Europa besiedelten? Wie sahen sie aus? Was wurde aus ihnen? Was ist Dichtung und was ist Wahrheit?

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2004: Eiszeit – als der Mensch noch Natur war

Während rund einer Million Jahre veränderte sich das Klima in Mitteleuropa mehrfach radikal. Grössere Kälteperioden wechselten sich mit kürzeren Warmzeiten ab. Während der Kaltzeiten prägten baumlose Grassteppen das Landschaftsbild. Immer wieder waren grosse Teile des Alpenraumes von einem dicken Eispanzer bedeckt.
Die neue Ausstellung im Museum der Anthropologie führt anschaulich in die Tierwelt und die Lebensbedingungen im Alpenraum während der letzten Eiszeit ein. Lebensgrosse Bilder und Figuren von Mammut und Höhlenbär lassen die Giganten der Eiszeit lebendig werden. Knochen und Werkzeuge der frühen Menschen zeigen die Vielfalt vergangenen Lebens in der Schweiz. Künstlerische Objekte bringen dem Besucher die Gedankenwelt des frühen Menschen nahe. Die Urmenschen haben sich über Jahrtausende behauptet. Waren diese umherziehenden Jäger wirklich dümmer als wir? Waren sie am Aussterben der Riesen der Eiszeit schuld? Anhand der spärlichen Funde vom nördlichen Alpenrand öffnet sich ein kleines Fenster in unsere Vergangenheit und einige typischen Vorurteile werden ausgeräumt.